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Max & Moritz

Max & Moritz

Max und Moritz in unserer Gemeinde.
Herbert Dombrowski

‘Ach was muss man oft von bösen Jungen hören oder lesen ....’‘
Diese - frei nach Wilhelm Busch - gab es auch bei uns.
Geschehen um die Jahrhundertwende in der alten Schule.

Der Gastwirtssohn Wilhelm Wullbrand und noch ein Nachbarssohn schlichen sich heimlich zur Mittagszeit auf den Dachboden der alten Schule, um Entdeckungen zu machen. Um diese Zeit kam auch Vater Schwettmann, bei Nr. 11, der das Amt des Glöckners ausübte, um die Schulglocke zur Mittagszeit zu läuten. Dieser Umstand war den beiden Anlass, einen Streich auszuhecken.
Als Vater Schwettmann das Seil, das immer bis zur Diele herunterhing, ergriff und ziehen wollte, hielten es die Jungen oben fest. Stutzig geworden über dies, sprach er vor sich hin: „Satan, schollst mie doch nich ünnerkriegen“ und zog mit aller Gewalt nochmals; oben aber ließen die beiden Jungen das Seil los, Vater Schwettmann ging dadurch in die Knie und die Glocke tat einen gewaltigen Ton und das ganze Haus erzitterte. Nach diesem Schreck der nächste Versuch, der genau so ausfiel, ebenso der dritte. Die Leute auf der Straße riefen: „Is de Schwettmann besoapen?“
Aber nein, das Mittagsläuten ward wieder normal.
Nach dem Läuten ging er nach oben um nachzuschauen, konnte aber keinen Fehler finden und brummte vor sich hin: „De Deuker mag weeten, woran et lägen het“ und stieg die Leiter wieder hinab. Die beiden Jungen aber hatten sich still im Stroh verkrochen, denn eine gehörige Abreibung wäre ihnen gewiss gewesen.